Material wird oft beschafft, weil es verfügbar ist, modern wirkt oder emotional überzeugt. Selten wird jedoch systematisch geprüft, ob dieses Material (auch Schusswaffen) wirklich gebraucht wird, ob es ausgebildet, getragen und unter Stress korrekt eingesetzt werden kann.
Die DOIMPF-Logik bietet dafür eine einfache, aber konsequente Entscheidungsgrundlage. Ursprünglich aus der militärischen Planung stammend, eignet sie sich hervorragend als allgemeines Denkmodell für Materialentscheidungen– im Training, im Einsatz, in Organisationen oder im privaten Bereich.
DOIMPF zwingt dazu, Material nicht isoliert, sondern immer im Gesamtsystem zu betrachten.
Was bedeutet DOIMPF?
DOIMPF steht für:
- D – Doktrin
- O – Organisation
- I – Instruktion
- M – Material
- P – Personal
- F – Finanzen
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt.
Material kommt erst an vierter Stelle.
D – Doktrin
Wozu brauchen wir dieses Material?
- Welches konkrete Problem soll damit gelöst werden?
- In welchem realistischen Szenario wird es eingesetzt?
- Ist es Kernmaterial oder nur eine Option?
- Wird es regelmässig genutzt oder nur theoretisch mitgeführt?
Ohne klare Doktrin wird Material schnell zum Selbstzweck.
Leitfrage:
Wenn dieses Material heute fehlt – welches reale Problem entsteht morgen?
O – Organisation
Passt das Material in bestehende Abläufe?
- Wer ist verantwortlich für Ausgabe, Kontrolle und Pflege?
- Wo wird es gelagert?
- Vereinfacht es Abläufe oder schafft es zusätzliche Komplexität?
- Passt es zu bestehenden Standards?
Material, das organisatorisch nicht sauber eingebettet ist, wird selten konsequent genutzt.
Leitfrage:
Erleichtert dieses Material unsere Organisation – oder belastet es sie?
I – Instruktion
Können wir es realistisch ausbilden?
- Wie viel Ausbildungszeit ist notwendig?
- Ist die Bedienung intuitiv oder fehleranfällig?
- Kann die Instruktion regelmässig wiederholt werden?
- Funktioniert es auch nach längerer Nichtbenutzung?
Material, das nur unter Idealbedingungen funktioniert, taugt nicht für den Alltag.
Leitfrage:
Können normale Menschen dieses Material unter Stress korrekt einsetzen?
M – Material
Ist es robust, geeignet und notwendig?
- Ist es langlebig und wartungsarm?
- Funktioniert es bei Kälte, Nässe und Schmutz?
- Verzeiht es Bedienfehler?
- Gibt es einfachere Alternativen mit gleichem Effekt?
Hier zählt nicht das Datenblatt, sondern die Realität.
Leitfrage:
Ist es ein Werkzeug – oder nur ein Gadget?
P – Personal
Passt das Material zum Menschen?
- Ist es für unterschiedliche Körpergrössen und Fähigkeiten geeignet?
- Wird es akzeptiert oder bewusst umgangen?
- Wird es tatsächlich getragen oder bleibt es liegen?
Der Mensch ist fast immer der limitierende Faktor.
Leitfrage:
Passt das Material zur Mehrheit – oder nur zu Spezialisten?
F – Finanzen
Was kostet das Material wirklich?
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Wahrheit:
- Anschaffung
- Ausbildung
- Wartung und Ersatz
- Lagerung
- Zeitaufwand
- Folgekosten bei Fehlbedienung
Leitfrage:
Können wir uns dieses Material über den gesamten Lebenszyklus leisten?
Die DOIMPF-Entscheidungsmatrix (Kurzfassung)
| Faktor | Zentrale Frage |
|---|---|
| Doktrin | Brauchen wir es wirklich und wofür? |
| Organisation | Passt es in unsere Abläufe? |
| Instruktion | Können wir es sauber ausbilden? |
| Material | Ist es robust und notwendig? |
| Personal | Passt es zum Menschen? |
| Finanzen | Tragen wir die Folgekosten? |
Fazit
DOIMPF ist kein Bürokratieinstrument, sondern ein Realitätsfilter.
Es hilft, emotionale, modische oder marketinggetriebene Entscheidungen zu entlarven.
Wer DOIMPF konsequent anwendet, beschafft weniger, aber besser.
Und genau das trennt Ausrüstung von Ballast.
Referenz zu diesem Blog-Beitrag kommt von A.B. besten Dank 🙂